Chronik der RK Bienwald

(Auszug aus der Chronik 1976 - 1996)

Zum Geleit

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) ist als eingetragener Verein im Auftrag des Bundesministers der Verteidigung und mit Zustimmung des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages seit Jahren in besonderen Funktionen für Reservisten außerhalb der Bundeswehr zuständig.

 

Seine Aufgabe ist es, die Reservisten zu informieren, zu motivieren und militärisch zu fördern. Dabei kommt der einzelnen Reservistenkameradschaft entscheidende Bedeutung zu. Die „Bienwälder" haben sich diese Aufgabe nie leicht gemacht. Mit Engagement und Tatkraft wurde eine Kameradschaft mit Leben erfüllt; auf das in der Vergangenheit Geleistete können wir mit Stolz zurückblicken. Was uns besonders auszeichnet, und darüber bin ich sehr glücklich, ist die große Konsensfähigkeit unter den Mitgliedern. So konnten immer wieder auch gegensätzliche Auffassungen unter einen Hut gebracht werden, zum Wohle der gemeinsamen Sache.

 

Die neue Bundeswehrstruktur setzt verstärkt auf das Engagement von uns Reservisten. Die RK Bienwald wird auch in Zukunft ihren Teil dazu leisten.

Mein herzlicher Dank gilt allen Mitgliedern und Freunden der RK für die geleistete Arbeit. Er gilt aber auch allen öffentlichen Einrichtungen und Mandatsträgern für deren tatkräftige Unterstützung.

 

Heinz Goldaté

Vorsitzender der

Reservistenkameradschaft Bienwald

1996



1976: Wie alles begann...

Kamerad Wolfgang Karle kommt in seiner neuen Dienststelle, dem heutigen Staatsbauamt in Landau, mit einem Mitarbeiter, Heinz Bössert, ins Gespräch über die Bundeswehr. Dabei stellt sich heraus, daß Heinz Bössert Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Landau ist. Die Idee wird geboren, etwas Gleiches auch im südlichsten Teil der Pfalz ins Leben zu rufen. Wolfgang Karle spricht ihm bekannte Reservisten an. Erste Treffen im Gasthaus „Neuburger Hof" in Neuburg folgen. Die RK Landau leistet Starthilfe und stellt die notwendigen Verbindungen zum Reservistenverband und der Bundeswehr her. Die Kameradschaftstreffen werden im weiteren Verlauf in die „Sonne" nach Neuburg verlegt. Unvergessen sind die winterlichen Kameradschaftsabende mit militärischen Themen, begleitet vom Ambiente eines rußenden Kanonenofens. Militärische Themen standen anfangs deutlich im Vordergrund, weil viele Kameraden ohnehin noch als Reservisten bei der Bundeswehr eingeplant waren. Zudem bestand damals ein ganz anderes Bedrohungspotential.

 

28.11.1976: Ehemalige Soldaten der Bundeswehr aus dem Raum Hagenbach beschließen, die freiwillige Reservistenarbeit künftig vereint in einer Kameradschaft zu gestalten. Sie gründen die „Reservistenkameradschaft Bienwald" (Wolfgang Karle aus Neuburg, Erwin Brickl, Horst Buchlaub, Karl Treffler aus Hagenbach, Ewald Harms, Harry Schwarz aus Wörth, Anton Kistner aus Büchelberg).

Am 21.12.1976 findet der erste gemeinsame RK-Abend in der Gaststätte „Neuburger Hof" in Neuburg statt. Die RK-Abende an jedem ersten Dienstag im Monat sind seither fester Bestandteil im Leben der Bienwälder Reservisten.

 

Am 25.01.1977 nehmen 16 Reservisten an der ersten Dienstlichen Veranstaltung, einer Waffenausbildung in Bad Bergzabern, teil. Unzählige weitere Dienstliche Veranstaltungen werden folgen.

 

01.03.1977: Der Oberleutnant d.R. Wolfgang Karle aus Neuburg wird zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er hat das Amt bis 1982 inne. Axel Kuss übernimmt am 5.4.1977 die Kasse mit 40,35 DM.

 

Im März und Mai 1978 werden erste Erfolge bei militärischen Vielseitigkeitswettbewerben erzielt. Der Gefreite d.R. Heinz Goldaté wird „Aktivster Reservist 1978" der Kreisgruppe Vorderpfalz.



 



Am 03.03.1979 richtet die RK Bienwald zum ersten Mal eine Militärpatrouille für die Kreisgruppe im Raum Neuburg aus.

Im Verlauf des Jahres besucht die RK Eurocontrol in Karlsruhe und die Schlachtfelder von Verdun. Es sind bereits über 30 Mitglieder aktiv.

 

26.-27.04.1980: Erstes Ausbildungsbiwak in Hagenbach. Auch diese Veranstaltung wird fester Bestandteil im Leben der Kameradschaft.

 

06.04.1982: Der Oberfeldwebel d.R. Erwin Brickl übernimmt die Führung der RK und bleibt deren Vorsitzender bis 1993. Unter seiner Ägide wird die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt und die Aktivitäten der Reservisten nehmen weiter zu.

 

Im Nov 1982 führt die RK erstmals eine Sammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge durch. Dieses Engagement für die Pflege von deutschen Kriegsgräber in aller Welt hat bis heute Bestand. Es wurden bislang über 35.000 (!) Euro an Spenden gesammelt.

 

11.11.1982: Gründung der Reservistenarbeitsgemeinschaft Schießsport durch Mitglieder der RK Bienwald. Erster Vorsitzender wird der Oberfähnrich d.R. Gert Fessel. Damit ist der Grundstein gelegt für alle, die Freude an der Ausübung des Militärsportschießens haben.

 

Am 17.09.1983 siegt die RK Bienwald beim Bezirksschießwettkampf in Wackernheim.

Der Unteroffizier d.R. Ulrich Hennings wird „Aktivster Reservist 1983" der Kreisgruppe Vorderpfalz.

 

08.10.1983: Einweihung des von der Gemeinde Hagenbach zur Verfügung gestellten Vereinsheimes. Damit ist ein wesentlicher Bestandteil für die weitere positive Entwicklung der Reservistenkameradschaft geschaffen. Der Gemeinde Hagenbach gebührt dafür auch heute noch unser Dank für die Nutzungsmöglichkeit bis 1991.

 

23.06.1984: Patenschaftsfeier mit dem Soldaten- und Kriegerverein Jägerwirth. Damit findet eine seit längerer Zeit gewachsene Verbindung zu bayerischen Kameraden ihren Höhepunkt.

Die Kameraden Erwin Brickl, Dr. Johann Georg von Fragstein, Heinz Goldaté und Ulrich Hennings werden mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Soldaten und Kriegerbundes (DSKB) ausgezeichnet.

1984 erringen Mitglieder der RK bei zwei Militärpatrouillen jeweils die ersten Plätze.

 

21.09.1985: Erneut Sieger beim Bezirksschießwettkampf in Kusel. Die RK zählt inzwischen 50 Mitglieder.

Teilnahme am Marsch in Ludwigshafen zu Gunsten der ZNS-Geschädigten unter Schirmherrschaft von Hannelore Kohl.

 

1986: Reservisten der RK gewinnen die Planübung in Neustadt und den Kreisorientierungsmarsch in Ludwigshafen.

 

27.06.1987: Die Reservisten aus Hagenbach werden überragender Sieger bei der Kreismilitärpatrouille in Bobenheim.

 

1988: Die RK richtet ein Ausbildungsbiwak für die gesamte Kreisgruppe in Hagenbach aus. Die Resonanz für die freiwillige Reservistenarbeit ist ungebrochen. Bereits 72 Mitglieder unterstützen und fördern die Kameradschaft.

Die RK Bienwald sichert sich den Titel des Vizemeisters beim Bezirksschießwettkampf.

 

Am 02.02.1993 wird Gefreiter d.R. Heinz Goldaté neuer RK-Vorsitzender. Seine Wahl ist gleichzeitig Vertrauensbeweis für beispielloses Engagement zu Gunsten der gemeinsamen Sache.

Am 16.11.1993 nimmt Kamerad Heinz Goldaté an seiner 150.(!) Dienstlichen Veranstaltung teil.

 

1994: Die RK geht neue Wege in der praktischen Ausbildung. Das jährliche Biwak wird unter Leitung von Hauptmann d.R. Anton Petschner zur Militärpatrouille umgestaltet und das Technische Hilfswerk Bad Bergzabern in den Wettbewerb miteinbezogen. Die Resonanz ist überwältigend.

 

1995: Das Ausbildungsbiwak auf dem Gelände von Kamerad Gerhard Roth in Oberotterbach wird zur bislang größten Dienstlichen Veranstaltung der RK. Fast 30 Reservisten sind beteiligt und widerlegen wieder einmal die weitverbreitete Ansicht, „Reserve habe Ruh'".

 

Am 07.01.1996 erhält die RK Bienwald beim Neujahrsempfang den Ehrenbecher der Gemeinde Hagenbach. Damit wurde das besondere Engagement der Reservisten an Volkstrauertagen, bei den Haussammlungen für die Kriegsgräberfürsorge und bei der Aktion Saubere Landschaft in der Gemeinde gewürdigt.

 

1996: Das Ausbildungsbiwak unter Leitung von Major d.R. Petschner ist ein erneuter Höhepunkt. Trotz des schlechten Wetters frischen die Reservisten ihr Wissen im Umgang mit Waffen sowie Karte und Kompaß auf. Neue Aspekte der waffenlosen Selbstverteidigung und des vorbeugenden Brandschutzes runden das Wochenende in Oberotterbach ab.

31.08.-01.09.1996: Mit einem Ausflug nach Schwäbisch-Hall begeht die Reservistenkameradschaft Bienwald ihr 20- jähriges Vereinsjubiläum.